Wir erleben heute am 26. Februar 2026 einen meteorologischen Ausnahmezustand. Während die Natur normalerweise noch in der Winterruhe liegt, schießen die Temperaturen plötzlich auf bis zu 22 Grad hoch. Dieser „Wärme-Schock“ ist für den menschlichen Körper weitaus belastender als eine gleichmäßige Hitzewelle im Hochsommer. In der Biometeorologie sprechen wir hier von einer massiven Adaptationsherausforderung für das vegetative Nervensystem.
Der physiologische Prozess: Gefäßweitung und Blutdruck-Abfall
Unser Körper ist auf langsame Anpassungsprozesse über Wochen ausgelegt. Wenn die Außentemperatur jedoch innerhalb weniger Stunden um 15 Grad oder mehr steigt, reagiert die Physiologie mit einer sofortigen Vasodilatation. Das bedeutet, dass sich die peripheren Blutgefäße weiten, um Wärme über die Hautoberfläche abzugeben. Das Problem: Durch die Weitung der Gefäße vergrößert sich das Gesamtvolumen des „Beckens“, in dem das Blut zirkuliert, schlagartig. Das Blut „versackt“ förmlich in den Beinen.
Die unmittelbare Folge ist ein signifikanter Abfall des Blutdrucks ($Hypotonie$). Menschen, die ohnehin zu niedrigem Blutdruck neigen, oder Patienten mit Bluthochdruck, die auf Medikamente wie ACE-Hemmer oder Betablocker eingestellt sind, spüren dies heute massiv. Wenn der Blutdruck sinkt, wird das Gehirn kurzzeitig weniger mit Sauerstoff versorgt – es kommt zu Schwindel, Flimmern vor den Augen und im schlimmsten Fall zum Kreislaufkollaps (Synkope). Das Herz versucht, diesen Abfall durch eine Erhöhung der Schlagfrequenz zu kompensieren, was zu Herzrasen führen kann.
Risiko-Analyse: Wer heute besonders vorsichtig sein muss
Nicht jeder Körper reagiert gleich auf biometeorologische Reize. Hier ist eine Übersicht der Risikogruppen bei diesem spezifischen Wärme-Schock:
| Risikogruppe | Reaktion des Körpers | Empfohlene Maßnahme |
| Hypertoniker (Bluthochdruck) | Medikamente + Wärme weiten Gefäße doppelt | Blutdruck engmaschig messen, Ruhe bewahren |
| Hypotoniker (Niedriger Blutdruck) | Rapider Abfall führt zu Schwindel/Ohnmacht | Wechselduschen, salzhaltige Kost, viel Wasser |
| Senioren | Verlangsamte Durst- und Anpassungsreaktion | Fixe Trinkpläne (alle 2 Std. ein Glas Wasser) |
| Migräne-Patienten | Gefäßweitung im Kopf triggert Schmerz | Kühlende Kompressen, abgedunkelte Räume |
Wetterfühligkeit und der unterschätzte Elektrolytverlust
Ein weiteres Problem ist die Dehydration. Unser Körper beginnt bei 22 Grad unbemerkt zu schwitzen (Perspiratio insensibilis). Da wir uns jedoch innerlich noch im „Winter-Modus“ befinden, trinken wir oft zu wenig. Der daraus resultierende Verlust an Kalium und Magnesium stört die elektrische Reizleitung des Herzens, was Herzstolpern begünstigen kann. Besonders die „biologische Uhr“ ist verwirrt: Die Melatonin- und Serotonin-Produktion muss sich in Rekordzeit umstellen, was zu extremer Müdigkeit führen kann.
Wetterfühligkeit: 3 Tipps, wie Sie Ihren Kreislauf heute stabil halten
Fazit für heute
Genießen Sie die Sonne, aber muten Sie Ihrem Körper keine Höchstleistungen zu. Die biometeorologische Belastung im Februar 2026 ist real und messbar. Geben Sie Ihrem Kreislauf 24 bis 48 Stunden Zeit, um sich an den verfrühten Frühling anzupassen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine fachliche, medizinische oder rechtliche Beratung; alle Angaben sind ohne Gewähr.